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26

Mrz 2013

Making Of: Rotkäppchen Shooting

in Blog, Making Of / 4 Kommentare

Vor Kurzem hatte ich ein tolles Shooting mit einem Wolfshund und seiner Besitzerin. Welches Thema liegt bei diesen Models näher als das Rotkäppchen und der “böse” Wolf. Die Umsetzung war relativ schwierig, da die präzise Arbeit mit Tieren etwas problematisch ist. Man muss mit dem arbeiten, was das Tier einem bietet. Ich habe Feedback bekommen, dass es so aussieht, als steckte der Arm des Models im Schlund des Hundes… Nunja, die Perspektive ist nicht perfekt, aber es war mit Abstand das beste Bild des Hundes. Die devote Haltung war genau das was ich haben wollte, weswegen ich hier die nicht perfekte Perspektive in kauf genommen habe! Das Rohbild ist im Studio entstanden. Der Hintergrund wurde nachträglich hinzugefügt. Ich habe euch ein kleines Making Of geschrieben und hoffe euch gefällt es!

1. Rohmaterial

Zunächst wurde natürlich das Ausgangsbild geschossen. Der Lichtaufbau war sehr typisch für meine Bilder: Ein großes Hauptlicht von Vorne und zwei Striplights als Streiflichter. Hier könnt ihr das Ausgangsbild sehen:

01_rohbild

2. Maskieren

Bevor ich mich auf die Suche nach einem Hintergrund gemacht habe, wollte ich das Motiv freistellen, damit ich schnell gucken kann, ob der gewählt Hintergrund passt. Es gibt viele Methoden freizustellen, ich habe mich bei diesem Bild für das Freistellen mit dem Pfadwerkzeug entschieden, da es sehr sauber werden muss! Die Feinheiten habe ich dann mit meinem Grafiktablett gemacht.

Maskieren

3. Hintergrund suchen

Ich habe bei einer Bilddatenbank nach einem passenden Bild gesucht. Die Suche hat in dieser Collage relativ lange gedauert, da ich nichts gefunden habe, was perspektivisch passt. Aber die lange Suche hat sich bezahlt gemacht! Anschließend habe ich das Bild gekauft.

Hintergrund

4. Positionierung

Der nächste Schritt ist relativ simpel und dennoch so essenziell. Das Model wird auf den Hintergrund platziert. Es wird quasi die Grundlage für die weitere Bearbeitung geschaffen.

04_Zusammensetzen

 5. Schatten

Noch sieht das ganze sehr zusammengebastelt aus, was daran liegt, dass es auch zusammengebastelt ist. Es fehlen die Schatten, welche das Model mit dem Hintergrund verschmelzen. Ich habe kein besonderes Geheimnis für das erstellen von Schatten. Mit meinem Grafiktablett zeichne ich grob die Schattenflächen in das Bild und maskiere diese solange bis die Schatten passen.

05_Schatten

6. Dodge & Burn

Ein wichtiger Arbeitsschritt in fast allen meinen Bildern! Ich male in das Bild Licht- und Schattenstellen. Dadurch bekommt das ganze viel Tiefe und einen bestimmten Look! Es gibt hier viele Möglichkeiten dies zu tun. Ich lege dafür eine neue Ebene im Modus “Ineinanderkopieren” an und fülle diese mit 50% Grau. Anschließend arbeite ich mit dem Dodge & Burn-Tool auf dieser Ebene. Durch diese Technik habe ich die Möglichkeit Fehler einfach rückgängig zu machen, indem ich über die ungewollten Stellen mit 50% Grau male.

Anschließend habe ich noch die Lippen eingefärbt, weil diese mir zu farblos waren.

06_d&b-lippen

7. Kontrast

Der nächste Schritt ist auch ein typischer für meine Arbeiten. Ich schraube am Kontrast des Bildes rum und versuche Details herauszuholen. Es gibt hier auch wieder viele Wege um dies zu erreichen. Ich mach es mir bequem und nutze viele Plugins:

Topaz Details -> Holt unglaublich viele Details aus einem Bild heraus
Color Effex 4 -> Bleech Bypass, Tonal Kontrast und Detail Extractor sind wunderbare Tools, um noch mehr Kontrast aus einem Bild zu holen. Man muss aber aufpassen, dass man die ganze Sache nicht übertreibt, da vorallem die Haut sehr schnell unschön aussehen kann.

07_kontrast

8. Farb- und Lichtstimmung

Die Farb- und Lichtstimmung sind noch sehr “normale”, da muss man natürlich etwas dran ändern. Hier und da ein paar Blendeffekte hinzugefügt und die Farbtemperatur verändern und schon wirkt das ganze sehr märchenhaft.

08_stimmung 09_farbe

9. Feinschliff

Das Bild ist eigentlich fertig. Es fehlt nur noch der letzte Schliff. Ich habe die Schärfe manipuliert und versucht einen zeichnerischeren Stil zu bewirken.

10_feinschliff

Insgesamt saß ich ca. 2,5 Stunden an der Bearbeitung. Wahre Zeitfresser sind eher die Vorbereitungen, wie das Freistellen, das Schatten malen oder einen passen Hintergrund zu finden. Wenn Ihr Fragen habt, dann schreibt einfach einen Kommentar!

11_final

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4 Kommentare
  • Gezim

    März 27, 2013, pm31 9:09 PM
    01

    Sexy dexy

  • Björn

    März 27, 2013, pm31 9:37 PM
    02

    Hat bestimmt viel Zeit gekostet …

  • Mimi

    Oktober 22, 2013, pm31 3:49 PM
    03

    Ich finde es super, wie du Bilder freistellst. Wie schafft man es, das Fell so sauber freigestellt zu bekommen. Vor allem dunkles Fell auf dunklem Grund. Bei mir schimmert immer noch etwas vom Hintergrund durch. Ich fotografiere gerne Kuscheltiere mit Pelz und bekomme das nie soo sauber hin, auch wenn ich mit Farbkanälen freistelle gibt es am Rand immer noch einen leichten Farbschimmer des Hintergrunds. So sieht das Bild vor einem neuen Hintergrund immer unreal aus :( Vielleicht hast du da Profitips <3

    • Linsensuppe-Fotografie

      November 7, 2013, pm30 2:37 PM
      04

      hey,

      entschuldige die späte anwort:

      also das große “geheimnis” ist, dass du dir beim fotografieren schon den passenden hintergrund aussuchst. wenn du die freigestellten bilder auf einem weißen hintergrund packen willst, dann solltest du auch vorher vor einem weißen hintergrund fotografieren. ansonsten scheinst du ja schon einige tricks zu kennen. ich hoffe das hilft dir etwas :)

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